In Zeiten der Pest suchten Menschen nach Mitteln, die Schutz oder Heilung versprachen. Eine der historischen Rezepturen wurde als „Goldenes Ei“ bezeichnet. Safran gehörte zu den Zutaten, die in der bisherigen Darstellung dieser Altenburger Geschichte genannt werden.
Eine Rezeptur ihrer Zeit
Der bisherige Beitrag beschreibt eine aufwendige Zubereitung aus Ei, Safran und weiteren Bestandteilen. Hier interessiert sie als Zeugnis historischer Heilvorstellungen: Sie zeigt, welche Bedeutung kostbaren Zutaten und zusammengesetzten Arzneien zugeschrieben wurde.
Die Beschreibung einer solchen Rezeptur belegt nicht ihre medizinische Wirksamkeit. Auch ein Rechnungseintrag über den Kauf eines Mittels würde zunächst nur dessen Beschaffung nachweisen, nicht eine erfolgreiche Behandlung.
Zwischen Überlieferung und Erzählung
Als Literaturgrundlage des bisherigen Textes wird Julia Mandrys Untersuchung zur Pest in Altenburg genannt. Für Aussagen zu einzelnen Rezeptvarianten, ihren Anwendern oder konkreten Anschaffungen sind die entsprechenden Stellen dieser Untersuchung und die dort ausgewerteten Quellen maßgeblich.
Anschauliche Szenen von leeren Gassen, Totenläuten oder Gesprächen zwischen Rat, Diakonen und Apothekern werden hier nicht als überlieferte Einzelereignisse dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Krankheit und auf der Rolle, die Safran innerhalb damaliger Vorstellungen spielen konnte.
Die Verwendung als Lebensmittel behandelt dagegen Safran in der kurfürstlichen Küche.
Literaturangabe des bisherigen Beitrags: Julia Mandry, „Die Pest in Altenburg im Spiegel von Kastenrechnungen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts“, Zeitschrift für Thüringische Geschichte, Band 70 (2016). Redaktionell neu gefasst; eine Prüfung der einzelnen Rezept- und Rechnungsbelege anhand des Aufsatzes steht aus.