Safran begegnet in der Altenburger Überlieferung nicht nur am Herd des Schlosses. Nach der Darstellung von Dr. Hans-Joachim Kessler gehörte er auch zum Proviant eines Heerfahrtswagens, den die Stadt im Kriegsfall für den sächsischen Kurfürsten bereitstellen musste.
Waffen und Vorräte auf einem Wagen
Kessler beschreibt einen Wagen mit militärischer Ausrüstung und Lebensmitteln. Neben Geschütz, Pulver und weiterem Gerät nennt er Butter, Käse, Pfeffer und Safran. Die Verbindung von Kriegsausrüstung und Gewürzvorrat macht diesen Bericht besonders anschaulich.
Der Ausdruck „Luxusküche“ ist dabei eine erzählerische Überschrift. Aus einer Proviantliste lässt sich weder eine fest eingebaute Küche noch eine bestimmte Speisekarte ableiten.
Was der Safran im Proviant verrät
Der Bericht lenkt den Blick auf die Organisation der Versorgung unterwegs. Nicht nur Ausrüstung, sondern auch Lebensmittel mussten beschafft und transportiert werden. Wer den Safran verwendete und für welches Gericht er bestimmt war, bleibt in der hier zugrunde liegenden Darstellung offen.
Eine Verbindung zu Spießkuchen oder heutigen Stockbrotrezepten wird deshalb nicht als historische Tatsache übernommen. Auch die genaue Datierung und die Mengenangaben sollten vor einer ausführlicheren Auswertung anhand der erwähnten Archivalien überprüft werden.
Wie Gewürze im stationären Hofhaushalt eingesetzt wurden, behandelt Safran in der kurfürstlichen Küche.
Textgrundlage: Dr. Hans-Joachim Kessler; redaktionell bearbeitet. Sein bisheriger Beitrag verweist auf Archivalien des Stadtarchivs Altenburg, nennt jedoch keine genaue Signatur.