Gärten zwischen den Toren

Safran wuchs in Altenburg auch außerhalb des herrschaftlichen Gartens. Für Pauritz nennt die von Thomas Lang zusammengestellte Überlieferung mehrere Hinweise auf Safrangärten. Sie führen zu städtischen Besitzern und zu einem Konflikt, der im Jahr 1500 mit einem Bußgeld verbunden war.

Eine nächtliche Begegnung im Garten

Der wiedergegebene Eintrag nennt Jorge und Urban Grawle. Sie hatten Clemen Voite nachts in ihrem Safrangarten zu Pauritz angetroffen und mit Spießen geschlagen. Der Ausschnitt benennt damit sowohl die Beteiligten als auch die gewaltsame Auseinandersetzung.

Warum sich Voite dort aufhielt und wie der Vorgang im Einzelnen ablief, lässt sich aus diesen wenigen Zeilen nicht vollständig rekonstruieren. Eine Geschichte über einen auf Bitten freigelassenen Dieb und eine anschließende Bestrafung wegen Strafvereitlung wird durch diesen Ausschnitt nicht belegt.

Safrangärten als städtischer Besitz

Ein weiterer von Lang angeführter Beleg nennt 1505 die „Altehokin“ und einen Safrangarten, den sie mit ihrem Sohn in Pauritz besaß. Solche Einträge zeigen, dass die Pflanze auch im Umfeld städtischer Haushalte kultiviert wurde. Eine sichere Gleichsetzung dieser Frau mit der Gewürzhändlerin Pfylin ergibt sich daraus nicht.

Während hier Gartenbesitz und ein lokaler Konflikt im Mittelpunkt stehen, geht es beim geraubten Zentner Safran um die Risiken des überregionalen Warentransports.

Ursprüngliche Textgrundlage: Dr. Hans-Joachim Kessler. Redaktionell neu gefasst anhand von Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seite 26, mit Verweis auf Kesslers Zwischenstand 2025 und StA Altenburg XI A2a, Nr. 31, fol. 45r, sowie Nr. 38, fol. 147v.