Safran in der kurfürstlichen Küche

In der höfischen Küche begegnete Safran gemeinsam mit Pfeffer, Ingwer und Nelken. Während andere Geschichten den Anbau und den Handel verfolgen, geht es hier um die Verwendung: Wie wurde aus einem kostbaren Gewürz ein Bestandteil der Mahlzeiten am Hof?

Farbe und Geschmack

Safran konnte Speisen sowohl würzen als auch färben. Ein im Vortrag von Thomas Lang wiedergegebenes Rezept aus dem Kochbuch des Meisters Hans von Württemberg von 1460 nennt ihn als Zutat zu einem Mus. Dieses Beispiel stammt nicht aus einer Altenburger Küchenrechnung; es veranschaulicht die zeitgenössische Verwendung in der Küche.

Was die Hofrechnungen erzählen

Für Altenburg belegt ein Einkauf bei der Pfylin die Beschaffung von Safran und weiteren Gewürzen für den Hof. Dr. Hans-Joachim Kesslers Darstellung führt außerdem größere Gewürzeinkäufe aus Küchenrechnungen von 1471 und 1478 an.

Die dort genannten Mengen sollten erst mit den genauen Fundstellen, dem jeweiligen Rechnungszeitraum und den verwendeten Gewichtsmaßen ausgewertet werden. Ein Einkauf verrät für sich genommen noch nicht, wie viele Menschen damit versorgt wurden oder welche Menge auf ein einzelnes Gericht entfiel.

Von der Vorratskammer zur Tafel

Küchenrechnungen zeigen vor allem Beschaffung und Aufwand. Für konkrete Speisefolgen oder Rezepte werden ergänzende Quellen benötigt. Zusammen ermöglichen beide Quellengattungen einen Blick darauf, wie Gewürze in der höfischen Versorgung eingesetzt wurden.

Den Einkauf behandelt die Krämerin am Markt; die Versorgung unterwegs erzählt der Heerfahrtswagen.

Textgrundlage: Dr. Hans-Joachim Kessler; redaktionell bearbeitet. Ergänzend Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seiten 5 und 23. Die Jahresangaben 1471 und 1478 folgen Kesslers bisheriger Darstellung; genaue Fundstellen sind dort nicht angegeben.