Der kurfürstliche Küchengarten

Ein Residenzschloss benötigte mehr als repräsentative Räume. Zur Versorgung gehörten auch produktive Gärten. Der kurfürstliche Küchengarten führt deshalb zu einer weniger auffälligen Seite des Schlosslebens: dem Anbau frischer Lebensmittel für den täglichen Bedarf.

Ein Garten für die Küche

Dr. Hans-Joachim Kessler beschreibt den Bereich zwischen Teehaus und ehemaligem Marstall als Ort, an dem sich Spuren des früheren Wirtschaftsgartens erkennen lassen. Seine Darstellung nennt Küchenkräuter und Gemüse, darunter Petersilie, Kresse, Zwiebeln, Knoblauch und Rettich.

Der Schwerpunkt dieses Gartens lag demnach auf der Versorgung der Küche. Damit unterscheidet sich seine Funktion von einer Fläche, die gezielt für den Safrananbau bewirtschaftet wurde.

Wo genau wuchs der Safran?

Die Altenburger Rechnungen belegen einen herrschaftlichen Safrangarten. Die genaue Lage einzelner Beete lässt sich aus den hier herangezogenen Auszügen jedoch nicht ableiten. Ein möglicher Safranbestand im Küchengarten und ein gesonderter Safrangarten sollten deshalb nicht ohne zusätzliche Belege gleichgesetzt werden.

Wer den heutigen Schlosspark betrachtet, begegnet zudem einem Gelände, das sich über Jahrhunderte verändert hat. Sichtbare Formen allein reichen nicht aus, um jedes historische Beet sicher zu verorten.

Die Menschen hinter der Gartenarbeit stehen bei den Safrangärtnerinnen im Mittelpunkt. Die Verwendung der Erzeugnisse behandelt die kurfürstliche Küche.

Textgrundlage zur Gartenanlage: Dr. Hans-Joachim Kessler; redaktionell bearbeitet. Ergänzende Einordnung der Safranbelege nach Thomas Lang, „Spurensuche im Archiv“, 7. September 2026, PDF-Seiten 19–27.